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© Manuel Wegehaupt


 

 

Schicksal Toskana

Das Schicksal der noch frei lebenden Landschildkröten in der Toskana.

 

Aufgenommen im April 2003

Die selbe Blickrichtung im Oktober 2004

In der Toskana gibt es nur noch sehr wenige halbwegs intakte Schildkrötenpopulationen. Bei den meisten Schildkröten die mehr oder weniger zufällig entdeckt werden handelt es sich oft nur noch um einzelne übrig gebliebene Tiere welche bislang bei der fortschreitenden Zerstörung ihres ursprünglichen Lebensraumes noch nicht direkt getötet worden sind. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis auch diese einzelnen Tiere vom Menschen erschlagen, überfahren, durch einen Pflug oder ein Feuer getötet oder von Touristen mit genommen werden. Entkommen die Schildkröten auch diesen Gefahren werden sie mittelfristig durch Kunstdünger und Spritzmittel entweder direkt oder indirekt über die aufgenommene Nahrung getötet. In den intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten sind die ursprünglichen kargen Futterpflanzen nicht mehr ausreichend vorhanden und die Schildkröten ernähren sich von dem was die Felder bieten. Kultivierte Pflanzen sind als Nahrung für Landschildkröten absolut ungeeignet.

Ich lese immer wieder im „Internet“, dass die Schildkröten auch in ihren natürlichen Lebensräumen ab und zu eine Tomate, Gurke, Melone oder gar einen Pfirsich fressen.

Ich habe noch in keinem ursprünglichen Schildkrötenhabitat, Tomaten- Gurken- und Melonenpflanzen oder gar einen Pfirsichbaum gesehen. –Nur so als Denkanstoß-

Seit sehr vielen Jahren komme ich oft mehrmals jährlich in die Toskana um dort vorwiegend in drei noch relativ intakten Populationen meine Feldforschungen zu betreiben.

Eine dieser Populationen lebt zurückgezogen in einem kleineren lichten Hartlaubwald mit offenen sonnendurchfluteten Lichtungen. Zwei weitere in abseits gelegenen mit wilder Macchie überzogenen Tälern welche bislang für landwirtschaftliche Flächen noch nicht gebraucht wurden.

Auch im Oktober 2004 habe ich die beiden in den Tälern lebenden Schildkrötenpopulationen aufsuchen wollen und schockiert feststellen müssen, dass es eines dieser Habitate nicht mehr gibt.

Es wurde zur Schaffung von Ackerland branntgerodet und vollkommen zerstört. Mit der Vegetation ist der gesamte Schildkrötenbestand von mindestens 3000 Tieren vernichtet worden.

Ich will Ihnen hier ein paar Bilder dieses Habitates vor und nach dieser Katastrophe zeigen. Die in diesem Habitat vernichtete Schildkrötenpopulation war eine der letzten größeren intakten Lokalpopulationen in der Toskana und ist unwiederbringlich verloren. Durch das in der Macchia anfallende Trockenholz und den dichten Busch- und Baumbestand war die Hitzeeinwirkung derart hoch, dass selbst im Erdreich eingegrabene Schildröten getötet wurden. Trotz intensiver Suche habe ich keinerlei Lebenszeichen von Schildkröten entdecken können. Die allermeisten Schildkröten sind restlos verbrannt. Manmal konnte man nur noch wenige verbrannte Knochenteile finden. Nur in Flächen mit zuvor hauptsächlich niederem Buschwerk und Grasbewuchs lagen tote Schildkröten mit relativ unversehrten Panzern. 

Das Habitat lag in der südlichen Toskana in einem idyllischen einsamen Tal in dem sich die Natur noch bis vor kurzem gegen die Landwirtschaft behauptet hat. Die Gegend ist nur spärlich besiedelt. Zwischen den weit auseinander liegenden Ortschaften finden sich einzelne Podere (Aussiedlerhöfe welche meist von Familien betrieben werden.)

Das etwa 150 Hektar große Tal ist rundum von den die toskanische Landschaft prägenden Hügeln eingeschlossen und hat sich in seiner Ursprünglichkeit sicher seit Jahrhunderten kaum verändert. Die umliegenden Hügel sind bewaldet oder werden als Ackerland genutzt und intensiv bewirtschaftet. Mindestens zweimal im Jahr werden diese Äcker mit riesigen Scharpflügen, welche hinter Traktoren mit Kettenantrieb hergezogen werden, bis zu einer Tiefe von 80 cm umgepflügt.

Die Vegetation dieses abgelegenen Tales bestand aus mehr oder weniger hoher, teilweises sehr dichter Macchia und ausgedehnten Flächen mit niederem Gras, Grashorten, Heu und Buschbewuchs.

Vor der Brandrodung seit „Jahrhunderten“ ein noch ursprüngliches idyllisches Schildkrötenparadies:

 

 

Das abgefackelte Tal.

Blick nach links,

 

geradeaus, -die ersten Felder sind bereits angelegt-

 und Blick nach rechts.

 

Die restlichen Bilder bedürfen keinem Kommentar.

 

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