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© Manuel Wegehaupt


 

 

Prägung

Ein Begriff der in den Foren immer wieder für Verwirrung sorgt und gern auch falsch interpretiert wird.

Nachdem ich es leid bin, mich ständig mit den selben Themen in Foren auseinander zu setzen erlauben Sie mir an dieser Stelle ein paar Auszüge.

Prägung. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Verhalten und Gene während der Entwicklung aufeinander abgestimmt sind, stellt das Phänomen der Prägung (imprinting) dar. Es handelt sich dabei um einen Prozess, bei dem während eines genetisch festgelegten Zeitfensters, einer sensiblen Phase, bestimmte Reize nachhaltige, oft irreversible Verhaltensmuster induzieren (Immelmann 1972). Hier wird dem Organismus sozusagen genetisch vorgegeben, wann er was lernen kann. Prägung wurde hauptsächlich bei Vögeln untersucht..........

 

Quelle: Buch von Professor Dr. Peter Kappeler, Verhaltensbiologie, erschienen 2006 im Springer-Verlag Berlin, ISBN 3-540-24056-X

 Die Tatsache, dass Prägung bislang hauptsächlich bei Vögeln untersucht wurde, schließt nicht aus, dass es dieses Phänomen auch bei anderen Tieren gibt. Aus diesem Grund ist die Definition auch allgemein gehalten. Es steht auch nirgends dass ausschließlich Elterntiere als Modell für die Prägung dienen.

Noch ein Zitat aus dem selben Buch:

  Prägungsähnliche Lernvorgänge wurden bei anderen Arten auch in weiteren Funktionszusammenhängen beschrieben. Pazifische Lachse (Oncorhynchus ssp.) werden über den Geruch auf das Gewässer geprägt, das sie nach Jahren im offenen Ozean zur eigenen Eiablage wieder aufsuchen (Dittman u. Quinn 1996; Kapitel 4.3). Bei der Entwicklung von Präferenzen von Insekten, Vögeln und Säugetieren für bestimmte Habitattypen (Kapitel 5.1) oder Nahrung (Kapitel 5.3) sind vermutlich ebenfalls prägungsähnliche Vorgänge beteiligt..........

 

Aufgrund nicht nur meiner Erfahrungen erfolgt bei Schildkröten die Prägung auf Artgenossen durch den Geruch. Die verschiedenen Gerüche sind nicht angeboren.

Das Paarungsverhalten bedingt eine ganze Reihe von Schlüsselreizen und zwar nach der Reihenfolge Form/Größe – Geruch – Paarungsritual. Stimmt der Geruch nicht kommt es bei wildlebenden europäischen Landschildkröten zu keinem Paarungsritual. Während die äußere Erscheinung und das Paarungsritual in den Grundzügen angeboren ist, wird der Geruch durch Artgenossen, die in der freien Wildbahn immer und ausreichend vorhanden sind, geprägt.

Es ist deshalb ausgeschlossen, dass in freier Wildbahn lebende Schildkröten Steine, Turnschuhe oder Plastikschildkröten bespringen. Das machen sie nur in Menschenobhut und nur, wenn sie einzeln aufgewachsen sind.

Meine Tiere interessieren sich ausgiebig für alles Neue, das ins Gehege gelangt und beriechen alles ausgiebig. Schildkröten differenzieren über den Geruchssinn nicht nur Artgenossen, sondern Vieles, auch Futter, Temperaturen, Feuchtigkeit…

  

Hier noch ein Link zum Phänomen Prägung:

Wikipedia

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