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© Manuel Wegehaupt


 

 

Die Gartenteiche

In meinem Garten habe ich zwei jeweils etwa 12 qm große Folienteiche angelegt. Die Teiche sind  durch einen ca. 1,20 m langen und 70 cm breiten Graben miteinander verbunden. Über den Graben führt eine kleine Holzbrücke.

Im linken der beiden Teiche leben meine Wasserschildkröten.

Damit sich das Wasser schneller aufwärmt ist der Schildkrötenteich mit einer Wassertiefe von  ca. 30 – 60 cm relativ flach. An der tiefsten Stelle befindet sich ein Ablauf der über ein 50 mm Rohr in einen Schacht mündet. Vom Schacht aus führt ein 100 mm Rohr zur Kanalisation.

In der Mitte des Teiches wurde eine Insel eingearbeitet. Verschiedene Steinplatten, Wurzelholz und Korkstücke dienen als zusätzliche Sonnenplätze. 

In zwei Pflanzkübeln stehen robuste Sumpfpflanzen. Auf dem Teichboden befindet sich eine dünne Kiesschicht. Im Wasser schwimmen verschiedene Wasserpflanzen, welche allerdings regelmäßig gefressen werden und somit ständig wieder frisch eingebracht werden müssen.

Durch das Gefälle zum Ablauf hin sammelt sich dort der gesamte anfallende Mulm der durch öffnen des Ablaufs mit dem Wasser in den Schacht fließt und dort als hervorragend gedüngtes Gießwasser für die Kübelpflanzen entnommen wird. Zum vollständigen Entleeren des Teiches kann das Wasser vom Schacht aus über das 100 mm Rohr direkt in die Kanalisation abgelassen werden.

Der zweite Teich ist reich mit verschiedenen Sumpf- und Wasserpflanzen bepflanzt und dient so als biologischer Vorfilter im Filterkreislauf.

Aus diesem etwa 1,20 m tiefen Teich wird Wasser in einen selbstgebauten Filter gepumpt und von dort über Rohre zurück in den Schildkrötenteich geleitet. Über den Verbindunggraben der beiden Teiche fließt so das „verschmutzte“ Schildkrötenwasser zunächst in den  bepflanzten Teich wo die Schadstoffe durch die Bepflanzung abgebaut werden. Anschließend wird das Wasser durch den biologischen Filter gereinigt und in den Schildkrötenteich zurückgeführt.

Hierdurch ist das Teichwasser, selbst bei dem relativ hohen Besatz von Schildkröten, ständig klar. Man kann die Schildkröten selbst am Grund sitzend beobachten.

Wie ein mit mehreren Schildkröten besetztes Teichwasser üblicherweise nach ein paar Tagen aussieht muss ich hier wohl nicht beschreiben.

 

Der Filter besteht aus zwei großen Plastiktonnen ( je 100 l) mit Deckeln.

Die erste Tonne ist mit gröberen Lawasteinbrocken gefüllt welche nach oben mit einem ca. 10 cm dicken, passend zugeschnittenen Filterschwamm abgedeckt sind.

Das Wasser wird von einer Springbrunnenpumpe aus dem Pflanzenteich angesaugt und über ein 40 mm Rohr von unten durch die Lawasteinbrocken  und den Filterschwamm  zum Überlauf geführt. Das so vorgereinigte Wasser läuft durch das Überlaufrohr in die zweite Tonne und wird dort über zwei 40 mm Rohre auf die Wasseroberfläche gesprüht. Hierzu habe ich die zur Wasserfläche paralell angeordneten Rohre in einem Abstand von 20 mm  mehrfach angebohrt sodass das einlaufende Wasser in feinen Strahlen auf die Wasseroberfläche trifft und dieses mit, für die Mikroorganismen lebenswichtigem, Sauerstoff anreichert.

Das vorgereinigte Wasser fließt nun von oben über kleine Lawasteinbrocken durch den Filter und wird nochmals von den Mikroorganismen, welche sich in der porösen und damit großflächigen Oberfläche der Lawasteine besonders zahlreich entwickeln können,  nochmals biologisch gereinigt.

Das Endprodukt ist ein klares geruchsfreies Wasser.

Das durch Verdunstung und insbesondere die Entnahme von Gießwasser aus den Teichen verloren gegangene Wasser wird von Zeit zu Zeit durch Regenwasser aus der Zisterne ersetzt.

Im Teich und insbesondere auch in den Filtertonnen haben sich zahlreiche Wasserflöhe, Hüpferlinge und Bachflohkrebse angesiedelt. Ein hervorragendes Erstfutter für die frisch geschlüpften Europäischen Sumpfschildkröten.

Die Filtertonnen stehen in einer Gartenecke neben den Komposthaufen. Davor habe ich immergrünen Kirschlorbeer gepflanzt und diesen so geschnitten, dass die Behälter nicht zu sehen sind.

Im Spätherbst kommen alle Wasserschildkröten in die Aquarien ins Schildkrötenhaus. Die Lawasteine werden aus den Filtertonnen herausgenommen und mit dem Hochdruckreiniger sauber gespült. Die Steine werden in Bauwannen im Freien neben dem Komposthaufen „überwintert“. In die Wannen habe ich Löcher gebohrt damit kein Regenwasser stehen bleibt. Im zeitigen Frühjahr spüle ich die Steine nochmals durch und fülle diese wieder in die Filter.

Den Schildkrötenteich reinige ich ebenfalls und fülle diesen anschließend mit Zisternenwasser. Sobald es im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen zulassen setzte ich die Schildkröten wieder in den Teich.

Der Filter benötigt eine Vorlaufzeit von etwa zwei Wochen, weil sich erst wieder genügend Mikroorganismen bilden müssen. 

Aus gegebener Veranlassung darf ich darauf hinweisen, dass die Filterpumpe ständig in Betrieb bleiben muss, da die Mikroorganismen  bei ungenügender Sauerstoffversorgung alsbald absterben und der Filter dann nur noch kurzfristig mechanisch reinigt, alsbald verstopft und zu stinken anfängt. 

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